Ratgeber Rheuma
Informationen für Betroffene und Interessierte
Diagnose
Da die bakterielle Arthritis durch eine Infektion bedingt ist, kann es, neben Symptomen wie Gelenkschmerzen, die bei beiden Arthritisarten auftreten, auch zu Fieber kommen. Bei der bakteriell bedingten Arthritis können die durch die Entzündung entstandenen Veränderungen an den Gelenken ertastet werden und/oder mit bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden. Zusätzlich können durch Blutuntersuchungen Hinweise auf die Erkrankung gefunden werden: Bei Entzündungen lassen sich im Blut erhöhte Entzündungswerte (Anstieg der Leukozyten, des C-reaktiven Proteins, der Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit) feststellen. Durch eine sog. Gelenkpunktion, bei der mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenk entnommen wird, und eine darauf folgende Untersuchung der entnommen Probe können die Bakterien ermittelt werden.
Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis erfolgt anhand von allgemeinen körperlichen Untersuchungen sowie Röntgenuntersuchungen und Untersuchungen des Blutes. Im Blut können verschiedene Veränderungen, wie z. B. eine durch Entzündungen hervorgerufene Anämie (Blutarmut) oder – wie bei der bakteriell bedingten Arthritis – erhöhte Entzündungswerte gefunden werden, die auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen können. Ein zusätzlicher Indikator, der bei der Diagnose der rheumatoiden Arthritis hinzugezogen wird, ist der sog. Rheumafaktor, der auch im Blut festgestellt werden kann.
Die wissenschaftliche Vereinigung American College of Rheumatology (ACR) hat sieben für die Diagnose von rheumatischer Arthritis notwendige Kriterien aufgestellt, von denen vier erfüllt sein müssen, um die Diagnose stellen zu können: Eine Gelenksteifigkeit am Morgen, von der Arthritis betroffene Hand- oder Fingergelenke, symmetrisch auftretende Arthritis sowie durch Tasten bemerkbare Schwellungen an drei oder mehr als drei Gelenken. Diese Symptome sollten über einen Zeitraum, der mehr als sechs Wochen umfasst, zu beobachten sein. Außerdem zählen die Kriterien Rheumafaktor, Rheumaknoten und auf Röntgenbildern sichtbare Veränderungen zu den sieben Punkten des ACR. Zusätzlich zu diesen Kriterien kann auch eine Einordnung in den sog. Disease Activity Score (DAS) vorgenommen werden. Hierbei werden 28 Gelenke zugrunde gelegt und die Krankheitsaktivität wird gemessen, wobei die Skala Werte von 0–10 erfasst.
sz