Ratgeber Rheuma
Informationen für Betroffene und Interessierte
Was ist Arthritis?
Der Begriff Arthritis bezeichnet eine Gelenkerkrankung, die entzündungsbedingt ist. Die Entzündungen bei Arthritis gehen einher mit Schwellungen, Überwärmung und Rötungen der betroffenen Gelenke. Man unterscheidet zwei Arten von Arthritis und sich davon ableitende Unterarten im Hinblick auf ihre Ursachen: die bakterielle bzw. eitrige Arthritis und die nicht-infektionsbedingten Formen von Arthritis.
Bei der bakteriellen Arthritis sind in dem betroffenen Gelenk Keime nachweisbar, die entweder über den Gelenkinnenraum oder über die Blutbahn in das Gelenk gelangen. Durch Verletzungen oder auch medizinische Eingriffe wie Operationen oder Injektionen können u. U. Keime in Gelenke geraten und dort Entzündungen hervorrufen. In allen möglichen Fällen ist die bakterielle Arthritis akut und daher schnellstmöglich zu behandeln. Sind oberflächlich liegende Gelenke, wie z. B. der Ellenbogen von der bakteriellen Arthritis betroffen, sind die typischen Symptome sichtbare und ertastbare Rötungen und Schwellungen sowie Schmerzen. Im Verlauf einer bakteriellen Arthritis kann es innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums zu Schädigungen des Gelenkknorpels kommen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich die Keime, die die Gelenkentzündung hervorgerufen haben, weiter ausbreiten.
Zu den nicht-bakteriellen bzw. nicht-infektionsbedingten Arthritis-Formen gehören rheumatische Krankheiten, durch Stoffwechselerkrankungen hervorgerufene Leiden wie z. B. Gicht, postinfektiöse oder durch Überlastung verursachte Beschwerden. Bei rheumatischen Erkrankungen liegt eine Störung des Immunsystems vor, da sich dieses gegen die gesunden Gelenke richtet. Auch bei diesen Formen der Arthritis kommt es zu schmerzhaften Veränderungen wie Schwellungen der Gelenke und der Knorpel kann zerstört werden. Die sog. rheumatoide Arthritis ist die häufigste Form von entzündlichem Rheuma und es erkranken mehr Frauen an ihr als Männer.
Unabhängig von der Unterteilung in bakterielle und nicht-bakterielle Arthritis können mit Bezug auf die Menge bzw. die Verteilung der Krankheitsherde im Körper drei Formen unterschieden werden: Die sog. Monoarthritis bezeichnet den Zustand, dass ein Gelenk von der Erkrankung betroffen ist. Der Begriff der Oligoarthritis wird benutzt, wenn zwar mehrere, jedoch nicht viele Gelenke betroffen sind und von einer Polyarthritis spricht man, wenn viele Gelenke erkrankt sind.
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